Zufriedene Gesichter beim Ausrichter des deutschen Segelfliegertags in Sinsheim, denn mit über 1800 Besuchern wurde neuer Besucherrekord verzeichnet. Die Messe Sinsheim als Veranstaltungsort bot den 80 Ausstellern genügend Präsentationsfläche. Das reichhaltige zweizügige Vortragsprogramm war thematisch gut gemischt, sodass die Referenten vor vollen Sälen sprachen.
Im Festvortrag spannte Astronaut Ulf Merbold einen weiten Bogen vorn seiner eigenen Erfahrung als Wissenschaftler bei Weltraummissionen bis hin zum aktuellen Stand der internationalen Raumfahrt.
Zwei Vorträge befassten sich mit den Nachwuchs- und Strukturproblemen in den Sportvereinen: Eberhard Gienger, Diplom Sportlehrer, Bundestagsabgeordneter, Fallschirmspringer und Motorflieger referierte zum Thema „Vereine im Wandel einer überalternden Gesellschaft“. Als Beispiel einer Mitgliederwerbeaktion berichteten Michael Weingart und Marc Puskeiler von der Aktion „Von Null auf Hundert Mitglieder binden/Mitglieder finden“.
Eberhard Gienger führte aus, dass der Segelflugverein nicht ganz mit herkömmlichen Sportvereinen vergleichbar ist, dass aber viele Strukturprobleme auch für luftsporttreibende Vereine zuträfen. Die Auswirkungen der Globalisierung auf Familie und Gesellschaft machen auch vor Vereinen und Verbänden nicht Halt. Er bezeichnete die Vereine mit ihrer sozialen Bindewirkung als „zweite Heimat“ neben Familie, der Verein in gewissen Sinne der „soziale Kitt“ der Gesellschaft. Beim „Kampf um die Kinder“ gibt es viele Betrachtungsweisen: Übergewichtige Kinder und Jugendliche, Tendenz steigend, zu wenig Bewegung in Verbindung mit falscher Ernährung, der Zusammenhang zwischen Bewegung und Spracherwerb kurz: „die Eltern joggen – Kinder hocken“.
Die demografische Entwicklung: Um ein bis zwei Monate steigt jährlich die Lebenserwartung die Gesundheitskosten sind kurativ. Die Bewegungsleistung eines Durchschnittsmenschen liegt bei uns bei gerade mal 1000 Meter pro Tag. Mittlere Schichten verliert der Sportverein, die gehen lieber ins Fitnessstudio.
Dabei hat Deutschland mit seinem Ehrenamtssystem gute Voraussetzungen für die Vereinslandschaft, um das wir in der ganzen Welt beneidet werden. Das „Ehrenamts-Sozialprodukt“ liegt, wenn man die Kulturvereine dazu nimmt bei über 50 Millionen Euro. Laut Shell Studie hat sich der Anteil der ehrenamtlich Engagierten von 34 % in 1999 auf 36 % in 2004 erhöht. Die Politik hat die Aufgabe günstige Rahmenbedingungen zu schaffen. 490 Millionen Euro zusätzliche Finanzmittel hat das Land für´s Ehrenamt bereitgestellt.







