Home   |   Impressum   |   Kontakt   |   Suchen
   |   Druckansicht  
Logo des BWLV


Baden-Württembergischer
Luftfahrtverband e.V.
Fallschirm|Freiballon|Hängegleiter|Modellflug|Motorflug/UL|Segelflug
Jahresgespräch in Langen am 11. Januar 2008

Zum alljährlichen Meinungsaustausch trafen sich am 11. Januar bei der DFS Zentrale in Langen fünf Vertreter des AK Sektoren unter Leitung von Kurt Sautter mit den Vertretern der DFS, Niederlassung Mitte. Zufriedene Mienen auf beiden Seiten, denn es ist mit der ab 15.3.07 eingeführten grundlegenden Neustrukturierung des Stuttgarter Luftraums sowohl für die gewerbliche Luftfahrt als auch für die Segelflieger eine gut funktionierende Lösung gefunden worden. „Fast kann man von der eierlegenden Wollmilchsau“ reden, so Peter Isele von der DFS Langen, unterstützt von seinen Kollegen Jochen Baumgarten und Christian Sixt, die den württembergischen Segelfliegern im mittleren Neckarraum in der Saison 2007 einen disziplinierten Flugbetrieb bestätigen konnte: Keine Beanstandungen weder bei der DFS noch seitens der Airliner.

Folgende Punkte standen auf der Tagesordnung:

 

ATIS

Seit Einführung der neuen Segelflugregelung gibt es für den Raum Stuttgart zwei ATIS-Frequenzen:

a.)     ATIS Stuttgart, 126,125 MHz: Auf dieser Frequenz werden einerseits Informationen für den in Stuttgart an- und abfliegenden Verkehr abgestrahlt und zusätzlich die freigegebenen Höhen der örtlichen Sektoren Hahnweide, Malmsheim, Poltringen 1 und 2, Esslingen-Jägerhaus , Welzheim und Ludwigsburg. Für diese Plätze gelten die einzelnen Betriebsbestimmungen zwischen DFS und Platzhalter. Die aufgesprochenen Höhenfreigaben haben nur Informationscharakter! Der Nutzer (Segelflieger) muß sich bei der für den Sektor zuständigen Flugleitung über Funk über die durch die DFS in Langen erteilte Höhenfreigabe informieren. Nachdem in den inneren örtlichen Sektoren nahezu ausschließlich die dort ansässigen Vereine, fliegen hat sich diese Verfahren als flexibel für alle Nutzer erwiesen.

b.)     Segelflug-ATIS, 119,325 MHz: Auf dieser Frequenz werden ausschließlich die Höhenfreigaben der im NfL 45/07 aufgeführten überörtlichen Sektoren  Alb Nord, Alb Süd, Alb Ost, Göppingen, Hornberg, Nagold und Schwarzwald abgestrahlt. Für diese Plätze gelten die durch in diesem NfL geregelten Verfahren. Das NfL45/07 wird zum März 2008 neu verfasst, da der Sektor Hahnweide als örtlicher Sektor aus dieser Veröffentlichung gestrichen wird und der Sektor ALB NORD nur noch ausschließlich als überörtlicher Sektor veröffentlicht wird. Die Betriebsbestimmung für ALB NORD wird entsprechend aufgehoben.
Achtung: Die per Segelflug-ATIS abgestrahlte Höhenfreigabe hat Freigabecharakter! Eventuell vorab durch den Flugleiter telefonisch eingeholte Freigaben haben erst dann Gültigkeit, wenn diese Freigaben auch über die Segelflug-ATIS abgestrahlt werden.

Eine „Zusammenschaltung“ beider Informationen auf eine ATIS Frequenz, wie es von manchen Vereinen gewünscht wird, ist aus Sicht der DFS nicht möglich. Da der Streckenflug (insbesonders auch von „fremden Segelfliegern“) nahezu nur in den überörtlichen Sektoren stattfindet, ist die Trennung aus Sicht des AK-Sektoren gut zu vertreten.

Auswertung der Vereinsbefragung:

Kurt Sautter hatte zur Vorbereitung dieses DFS-Treffens bereits Ende letzten Jahres eine Vereinsbefragung zur Neuregelung veranlasst und ausgewertet. Einerseits wurde in dieser Befragung über Einzelfälle berichtet, die eine Korrektur der neuen Luftraum- und Sektorenregelung nicht gerechtfertigen würde. Andererseits kamen doch ein paar „Ecken“ zu Tage, die, so Peter Isele, „einer wohlwollenden Prüfung“ unterzogen würden, jedoch frühestens zur Saison 2009. Eine dieser „Ecken“ ist z.B. die Anbindung des Sektors Poltringen 2 in Richtung Alb, sowie in der östl. Ecke des Sektors Alb Nord. Bei der Diskussion der Auswertung haben die DFS-Vertreter nochmals Werbung für das Instrument der Einzelfreigaben gemacht. Dies wird von Segelfliegern einfach noch zu wenig genützt. Der AK Sektoren sieht hier auch Schulungsbedarf in den Vereinen.

Etwas überrascht waren die AK Sektoren Vertreter von der Tatsache, dass die DFS-Ansprechpartner sehr genau über Flugspuren und die Ausnützung des Luftraums durch Segelflieger informiert waren. Die im OLC allen zugänglich gemachten Flüge werden auch von einzelnen Lotsen der DFS betrachtet. Dadurch ist die DFS aber auch mittlerweile sehr gut informiert, wo die thermischen Rennstrecken liegen, wie der Luftraum genutzt wird, ob evtl. weitere Forderungen berechtigt sind und in wie weit Einzelfreigaben angefordert wurden.

Schwarzwald – Rheintal:

Der gewerbliche Luftverkehr nach Karlsruhe/Baden-Baden nimmt stark zu. Sowohl die DFS-Vertreter als auch der AK Sektoren weisen dringend darauf hin, dass Segelflieger im Schwarzwald die Sichtflugregeln mit Wolkenabständen einhalten und dass das Prinzip sehen und gesehen werden strikt befolgt wird. Zur Information, die Anflugkontrolle für Karlsruhe/Baden-Baden und Lahr erfolgt  durch die französische Flugsicherung  in Strassburg.

Geänderte An- und Abflugverfahren:

Zunehmender IFR-Verkehr ob in Frankfurt oder Stuttgart fordert eine Anpassung der IFR An- und Abflugstrecken im nördlichen Baden-Württemberg. Der Bereich Bruchsal – Pforzheim wird stärker mit Verkehr nach Stuttgart frequentiert werden, gleichgültig, ob Piste 07 oder 25 in Betrieb ist. Auf den Strecken zw. der Landeshauptstadt und dem Spessart wird sich zielgerichtet Verkehr in die Frankfurter Sektoren bewegen.

Luftfahrtveranstaltungen in Segelflugsektoren:

Die meisten Segelflugvereine beschäftigen sich nur alle ein bis zwei Jahre mit Luftfahrtveranstaltungen wie Flugplatzfeste oder Flugtage. Die Rechtslage  ist seit März 2007 so, dass, sofern ein Segelflugsektor aktiviert ist,  in diesem kein anderer VFR-Verkehr durch die Flugsicherung freigegeben werden kann, also z.B. kein Kunstflug oder das Absetzen von Fallschirmspringern möglich ist. Für den AK-Sektoren waren dies neue und in diesem Umfang nicht realisierte Fakten. Auch die DFS konnte sich über diese Festlegung durch das BMVBS im Zuge von Anträgen zur Genehmigung von Veranstaltungen nicht hinwegsetzen. Hierzu muss eine Lösung gefunden werden, ähnlich der NfL I 87/07 (Bekanntmachung über die Nutzung von Fallschirmsprungzonen in aktivierten Segelflugsektoren). Dass z.B. der gesamte Alb Nord Sektor für den Segelflug nicht mehr aktiviert werden kann, wenn an einem der dortigen fünf Segelflugplätze Flugtag mit Fallschirmspringern und/oder  Kunstflug statt findet, kann ja wohl nicht sein! Der AK-Sektoren geht davon aus, dass auch hierzu gemeinsam mit der DFS eine Lösung gefunden wird.

Besichtigung des Betriebsraums:

Als besonderes Highlight galt natürlich die Besichtigung des Betriebsraums der Kontrollzentrale Langen. Die für unsere Segelflugsektoren zuständigen Fluglotsinnen und Fluglotsen sowie die für unsere ATIS verantwortlichen FIS-Lotsen fanden wir „ganz links außen“ in einem Kontrollraum, der so groß wie fünf Tennisplätze ist Dort haben ca. 200 DFS-Mitarbeiter Dienst. Unsere Betreuer konnten uns durch entsprechende Anpassungen des Radarbildes in bewundernswerter Weise demonstrieren, wie exakt uns die Flugsicherung bis in die Platzrunde am Heimatplatz auf die Finger schauen kann, trotz einer Entfernung von 250 km. Der AK Sektoren wird dies am Info-Abend in der DEULA auch nochmals deutlich machen: wir MÜSSEN uns unbedingt an die Vorgaben halten, seitliche Sektorengrenzen exakt kennen und freigegebene Höhen absolut einhalten. Nur so können wir in einem Luftraum, der zunehmend von sog. „Billigfliegern“ beansprucht wird, unsere Kompetenz bewahren.

Termine 2008:

22.02.08 Info-Abend in der DEULA (siehe besondere Ankündigung in diesem Adler-Heft)

27.09.08 Pilot Controller Meeting auf der Hahnweide „20 Jahre AK Sektoren“

 

f.d.R. Hansjörg Jung