Neue Landescorona-Verordnung bringt weitere Lockerungen

Seit dem 1. Juli gilt ein vereinfachtes Regelwerk in Baden-Württemberg.

Die baden-württembergische Landesregierung hat ihre Corona-Verordnung neu gefasst. In dem Regelwerk, das zum 1. Juli in Kraft trat, gibt es weitere Lockerungen, die auch den Luftsport betreffen. Vor allem aber wurde die zuletzt an vielen Stellen unübersichtliche Verordnung vereinfacht und gestrafft.

Die Struktur der Verordnung ist neu: Allgemeine Regelungen (zum Beispiel Abstandsgebot und Mund-Nasen-Schutz-Pflicht), die für alle gelten, stehen am Anfang, die besonderen Regelungen folgen dann. Die Vielzahl der bis dato bestehenden Einzel-Corona-Verordnungen wurde reduziert. Für die Sportausübung in Baden-Württemberg und somit auch für den Luftsport gilt allerdings neben der allgemeinen Corona-Verordnung die „Corona-Verordnung-Sport (CorVO-Sport)“.

Für den Luftsport ergeben sich hieraus folgende Regelungen:

Für das Fliegen im Flugzeug (ebenso Ballonfahren, Fallschirmspringen etc.) und für die anderweitigen Vereinsaktivitäten (zum Beispiel Betrieb der Werkstatt) greifen die allgemeinen Regelungen der Corona-Verordnung.

Grundsätzlich erhalten bleibt das Abstandsgebot (1,5 Meter) als Basis für die Eindämmung des Virus. Hierzu gibt es – wie bisher - weiterhin die Ausnahmen für Fälle, welche die Einhaltung des Abstandes nicht erlauben, zum Beispiel beim mehrsitzigen Fliegen im Flugzeug, im Ballon etc. Der BWLV empfiehlt ungeachtet dessen weiterhin, bei mehrsitzigem Fliegen etc. freiwillig einen Mund-/ Nasenschutz zu tragen.

Neu ist, dass der Aufenthalt im öffentlichen Raum und Ansammlungen nunmehr in einer Gruppe von bis zu 20 Personen möglich ist. Dies stellt eine deutliche Erleichterung dar.

Im Luftsportbetrieb am Flugplatz (Bodenbetrieb) gilt die CorVO-Sport und sind weiterhin unter anderem zu erfüllen: Einhaltung der Hygieneanforderungen, Erstellung eines Hygienekonzepts, Datenerhebung, Einhaltung der Arbeitsschutzanforderungen und Sicherstellung des Zutritts und Teilnahmeverbots.

Grundsätzlich sind im Vereinsbetrieb zukünftig auch Nichtmitglieder zulässig. Für sie gelten ebenfalls die generellen Regelungen (Hygiene, Abstand, maximale Personenzahl bei Ansammlungen etc.). Möglich ist damit auch die Durchführung von Gastflügen (kostenlos oder gegen Entgelt) im Rahmen des Reglements.

Sportwettkämpfe sind wieder möglich, ebenso ist nunmehr auch wieder der Betrieb von Vereinsgaststätten zulässig. Für beide Bereiche sind besondere Auflagen zu beachten.

Die Flugausbildung erfolgt weiterhin gemäß den Auflagen; Hygienekonzept, Datenerhebung, Zutrittsverbot, Arbeitsschutzbestimmungen sind einzuhalten. Der Leitfaden für die Flugausbildung der ATO-BWLV ist in Überarbeitung und wird demnächst als Update herausgegeben, ebenso der Leitfaden für den Flugbetrieb.

Fazit:

Viele der bisherigen Auflagen wie Abstandsregelungen, Hygieneanforderungen etc. bleiben bestehen und sollten auch trotz weiterer Lockerungen zwingend beachtet werden. Nachlässigkeit ist nicht angebracht, und die Einhaltung der Grundregeln und Vorgaben des Gesetzgebers zum Infektionsschutz sollten weiterhin ernst genommen werden, um eine Verschlechterung der Lage zu vermeiden. Der BWLV empfiehlt: Nicht alles, was möglich/zulässig ist, ist auch sinnvoll.

Wichtig: obige Informationen geben die (Rechts-) Auffassung des BWLV wieder, die weder von der Politik, noch von der Verwaltung oder durch Gerichte bestätigt ist und daher ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Die Umsetzung bleibt daher jedem Anwender selbst in eigener Verantwortung überlassen.

Den BWLV-Vereinen geht ein ausführlicheres Informationsschreiben zu. Detaillierte Informationen sowie die aktuelle Landescorona-Verordnung und die Corona-Verordnung Sport zum Nachlesen finden sich auf den Seiten der Landesregierung (bitte klicken).