Trauer um Wolfgang Müther

Der frühere DAeC-Präsident hat den Luftsport in Deutschland würdig und engagiert vertreten.

Der BWLV trauert um den früheren Präsidenten des Deutschen Aero Clubs, Wolfgang Müther, der am 18. Februar 2022 nach schwerer Krankheit in Flensburg verstarb. In ihm verlieren die Luftsportler in Deutschland einen äußerst verdienten, und aktiven Fliegerkameraden und Funktionär, der sich uneigennützig und selbstlos in den Dienst der Fliegergemeinde stellte und deren Interessen mit ganzem Einsatz vertrat. 

Wolfgang Müther war dem Luftsport in Deutschland fast sein ganzes Leben lang verbunden und engagierte sich hierbei in vielfältiger Weise. Seit 1962 gehörte er dem Deutschen Aero Club an – erst als Segelflieger, später erwarb er die Motorfluglizenz. Auch beruflich zog es ihn in die Fliegerei: In seiner aktiven Berufslaufbahn flog er bei der Bundeswehr den Seefernaufklärer Breguet Atlantic, war Kommodore des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz und baute auf dem zivilen Teil des Fliegerhorstes einen Flugplatz und Verein für die private Fliegerei auf. Dort war er Vereinsvorsitzender und Ausbildungsleiter, und er zählte zu den Gründern des Aeronauticums, des Luftschiff- und Marinefliegermuseums. 

Nach seiner beruflichen Karriere widmete sich Wolfgang Müther ganz dem Ehrenamt und setzte sich für die Interessen der Allgemeinen Luftfahrt mit voller Kraft ein. 1998 wurde er Motorflugreferent in seinem Landesverband, dem Luftsportverband Schleswig-Holstein; von 2001 bis 2012 übernahm er dieses Amt dann auch auf Bundesebene beim DAeC. 

2011 wurde er zum Vizepräsidenten und 2013 schließlich zum Präsidenten des DAeC gewählt. Dieses Amt hatte er bis 2019 inne, seither war er Ehrenmitglied des Deutschen Aero Clubs.

In seiner Amtszeit als Präsident prägte Wolfgang Müther den DAeC, entwickelte ihn weiter und setzte sich konsequent für die Einheit der Luftsportler ein. Er appellierte immer wieder daran, dass der Luftsport nur mit einem engen Zusammenhalt Bestand haben könne.  

Dabei hatte Wolfgang Müther wahrlich keine leichte Aufgabe zu bewältigen: Er musste den DAeC durch zeitweise erhebliche Turbulenzen führen und tat dies über das Maß hinaus engagiert und stets an allen Belangen der Luftsportler interessiert. 

Diese vertrat er insbesondere auch gegenüber der Bundespolitik, zu der er den Kontakt in seiner Amtszeit intensivierte und pflegte - sei es mit der Vorsitzenden des Sportausschusses des Bundestags oder auch der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, mit der er sich mitunter im Rahmen eines gemeinsamen Info-Lunchs traf, um die jeweils aktuellen DAeC-Themen in der Bundespolitik zu platzieren und zu kommunizieren. Um die Positionen der Bundespolitiker in Bezug auf die Allgemeinen Luftfahrt herauszuarbeiten, ließ er zudem vor jeder Bundestagswahl einen Fragenkatalog an die politischen Parteien erstellen.

Ein besonderes Anliegen war Wolfgang Müther auch, mögliche Gefährdungen für den Luftsport abzuwenden. So engagierte er sich intensiv, wenn die Planungen für neue Stromtrassen oder der Ausbau der Windenergie für die Luftsportler Einschränkungen vorsahen. Er positionierte sich für klare Luftraumregeln in Zusammenhang mit der Einführung von Multicoptern/UAV, ohne das Potenzial für eine mögliche neue Sportdisziplin innerhalb des DAeC zu verkennen.

Dabei behielt Wolfgang Müther stets auch das große Ganze im Blick und intensivierte die Kontakte zu den Luftsportverbänden in Europa. Ebenso half er, einen Kenntnisnachweis für Modellflieger einzuführen. 

Auch einigen DAeC-internen Herausforderungen und Diskussionen begegnete Wolfgang Müther mit der ihm eigenen nordischen Gelassenheit und Souveränität. So setzte er die neue Satzung mit einer neuen Verbands-Struktur um, förderte die Stärkung der Bundesgeschäftsstelle und führte die DAeC-Gala als ein neues Format für den Vorabend der DAeC-Mitgliederversammlung ein. 

Für sein Engagement wurde Wolfgang Müther mit hohen Ehrungen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz. Außerdem wurde er zum „Kavalier der Lüfte“ ernannt, einer jährlich an Piloten und „Fußgänger“ verliehenen Auszeichnung für besonderes Engagement um den Flugsport.

Mit seinem großen persönlichen Einsatz für die Luftfahrt und den Luftsport auf nationaler und internationaler Ebene hat Wolfgang Müther herausragende Leistungen erbracht. In ihm verliert der Luftsport in Deutschland einen engagierten und aktiven Mitstreiter, dem die Gemeinschaft der Flieger am Herzen lag. Möge sein Appell Bestand haben und dem Luftsport in Deutschland als Leitbild dienen: „Für die Zukunftssicherung des Luftsports brauchen wir einen engen Zusammenhalt der Luftsportler – wir können durch Engagement und Leistung überzeugen, nicht durch Lamentieren und Betteln.“