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Ankunft an der Hahnweide (v.l.): Tilo Holighaus (Firma Schempp-Hirth), MdL Andreas Schwarz, Brigitte Holighaus (Firma Schempp-Hirth), BWLV-Geschäftsführer Klaus Michael Hallmayer, Gunther Sill (Vorsitzender FG Wolf Hirth)
V.l.: Gunther Sill (Vorsitzender FG Wolf Hirth), BWLV-Geschäftsführer Klaus Michael Hallmayer, Brigitte Holighaus, Hans-Georg Berger (beide Firma Schempp-Hirth), Anja Hezinger (Stadträtin Kirchheim), MdL Andreas Schwarz, Tilo Holighaus (Firma Schempp-Hirth).
Vor dem Fliegen kam das Schieben (v.l.): Klaus Michael Hallmayer, Gunther Sill, BWLV-Vizepräsident Hans-Joachim Proß, MdL Andreas Schwarz, Tilo Holighaus.
MdL Andreas Schwarz ließ sich von Tilo Holighaus genau erklären, wie der Arcus M funktioniert.
Große Begeisterung und Spaß nach dem Fliegen (v.l.): Gunther Sill, MdL Andreas Schwarz, Tilo Holighaus.
Beim abschließenden Gespräch im Lehrsaal der BWLV-Motorflugschule gab es viel Gelegenheit zum Austausch und ein sehr konstruktives Gespräch.

Besuch von MdL Andreas Schwarz (Grüne) am Sonderlandeplatz Hahnweide

Der Baden-Württembergische Luftfahrtverband e.V. (BWLV), Dachverband von rund 20.000 Luftsportlern in 190 Vereinen im Land,  begrüßte am Freitag, 3. Mai 2019, Andreas Schwarz (MdL), den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, als Gast auf dem BWLV-Verbandsgelände, dem Sonderlandeplatz Hahnweide in Kirchheim/Teck.

Begleitet wurde Andreas Schwarz von der Kirchheimer Stadträtin Anja Hezinger (Bündnis 90/Die Grünen) und seiner Referentin Angela Dresel-Diehl. In Vertretung des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes waren Vizepräsident Hans-Joachim Proß und Geschäftsführer Klaus Michael Hallmayer vor Ort.

Zunächst kam Andreas Schwarz mit den Vertretern des Verbandes sowie Gunther Sill (Vorsitzender der Fliegergruppe Wolf Hirth) ins Gespräch, der in Vertretung der acht Luftsportvereine sprach, die am Sonderlandeplatz Hahnweide aktiv sind. Da die Hahnweide zugleich auch Werksflugplatz der Firma Schempp-Hirth ist, waren deren Inhaber Tilo und Brigitte Holighaus zusammen mit einigen Mitarbeitern ebenfalls beim Gesprächstermin dabei.

„Kirchheim ist eine Fliegerstadt, und die Hahnweide hat einen sehr guten Ruf“, betonte Andreas Schwarz, der den Luftsport schon als junger Mensch bei einem Segelflug auf der Hahnweide kennengelernt hatte. Angesichts von rund 800 Aktiven, die den Flugplatz regelmäßig nutzen und sich überwiegend ehrenamtlich einbringen, sprach Andreas Schwarz von einem „enorm großen und dauerhaften Engagement“, das die Segelflieger erbringen. Dies sei aller Ehren wert und müsse unbedingt unterstützt werden.

Anschließend durfte Andreas Schwarz im eigenstartfähigen High-Tec-Segelflugzeug Arcus M der Firma Schempp-Hirth Platz nehmen und nach ausführlicher Einweisung zusammen mit Pilot Tilo Holighaus eine Runde um die Burg Teck drehen. Auch seine beiden Begleiterinnen bekamen die Gelegenheit zu einem Rundflug: Sie hoben mit Tobias Krüger, dem Leiter der BWLV-Motorflugschule auf der Hahnweide, in einer viersitzigen Cessna 172 ab. Alle drei Passagiere zeigten sich hernach begeistert von ihrem Flug. „Es war einfach gigantisch“, schwärmte Andreas Schwarz, während Stadträtin Anja Hezinger besonders „die Farben und Formen in der Luft“ bewunderte, die so ganz anders aussehen als von unten.

Zum Abschluss stellte der Baden-Württembergische Luftfahrtverband beim Gespräch im Lehrsaal seiner Motorflugschule sein breites Leistungsspektrum vor. Die Aufgaben des BWLV sind vielfältig: So ist er gegenüber den Behörden Ausbildungsbetrieb und Approved Training Organisation (ATO). Diese Ausbildungserlaubnis gibt der BWLV an seine Vereine weiter, die somit Flugschüler ausbilden dürfen. Über 1.200 ehrenamtliche Fluglehrer in 150 Ausbildungs-Vereinen bilden unter dem Dach des BWLV jährlich rund 2.000 Flugschüler aus – dies ist weltweit einzigartig. Darüber hinaus bietet der BWLV regelmäßig Lehrgänge und Fortbildungen für Fluglehrer an.

Aber auch das technische Personal für die Vereine – zum Beispiel Zellenwarte oder Werkstattleiter – wird beim BWLV in zahlreichen Lehrgängen ausgebildet. Zudem obliegt die ständige Prüfung der Segelflugzeuge dem BWLV, der über sein Prüfwesen garantiert, dass die Flugzeuge sicher in der Luft sind. Darüber hinaus fördert der Verband die Jugendarbeit, organisiert Luftsport-Wettbewerbe und Jugendveranstaltungen und betreibt mehrere Liegenschaften und Schulungszentren – darunter ein Luftsportzentrum mit Betriebswerkstatt Jugend- und Weiterbildungsstätte und Gästehaus auf dem Klippeneck bei Spaichingen. Andreas Schwarz zeigte sich begeistert von den luftsporttätigen Vereinen mit ihren gepflegten Aktivitäten: „Hervorzuheben ist deren vorbildliche Jugendarbeit.“

Der Verband nutzte die Gelegenheit aber auch, um mit Andreas Schwarz einige Themen anzusprechen, die für den Luftsport oft nicht unproblematisch sind. So unterstrichen BWLV-Geschäftsführer Klaus Michael Hallmayer und BWLV-Vizepräsident Hans-Joachim Proß die großen Bemühungen des Verbandes beim Thema Flugsicherheit. „Im Verband und in den Vereinen wird Sicherheitskultur gelebt“, betonte auch Gunther Sill. Und Tilo Holighaus ergänzte: „Von technischer Seite gibt es zudem stetige Verbesserungen, die den Piloten entlasten und das Fliegen immer sicherer machen.“ Andreas Schwarz sagte hierzu: „Die technischen Innovationen im Luftsport sind von hoher ökologischer und ökonomischer Bedeutung, wie zum Beispiel für die Aerodynamik.“

Auch beim Schallschutz hat sich bei den Fliegern viel getan, dies wurde im weiteren Verlauf des Gesprächs deutlich. Insbesondere an der Hahnweide funktioniere dies gut: „Wir stellen uns diesem Thema aktiv. So haben wir ein Schallkonzept erstellt, es gibt einen regelmäßigen runden Tisch und kurze Drähte zu den Kommunen“, erläuterte Klaus Michael Hallmayer. Andreas Schwarz bestätigte, dass diese Bemühungen von Seiten der Anlieger sehr positiv wahrgenommen würden. „Wichtig ist es immer, den Dialog im Vorfeld zu suchen – so, wie Sie das tun“, sagte Schwarz. 

In Sachen Windenergie appellierten die BWLV-Vertreter an Andreas Schwarz, auch die Belange der Flieger zu beachten. „Wir sind keine Behinderer alternativer Energien. Aber es darf nicht sein, dass mehr als 250 Meter hohe Windräder in die Platzrunden unserer Flugplätze gestellt werden. Dies ist für die betroffenen Flugplätze existenzbedrohend. Wir müssen deshalb Lösungen finden, damit unsere Flugplatz-Infrastruktur erhalten bleibt“, sagte BWLV-Vizepräsident Hans-Joachim Proß. Dies sei durchaus möglich, da gebe es auf jeden Fall Möglichkeiten, zu einem Konsens zu kommen, erwiderte Schwarz. 

Andreas Schwarz zeigte sich abschließend angesichts der Fülle an Aufgaben und Themen, die der Luftsport bewältigt, beeindruckt. „Ich stehe dem Segelflug und Luftsport sehr aufgeschlossen gegenüber. Ich sehe auch das große Engagement, das dahintersteckt. Dies gilt es, wertzuschätzen.“ Beide Seiten waren sich nach dem Termin sicher, auch künftig einen guten und konstruktiven Austausch zu pflegen.

Text und Fotos: Simone Bürkle/BWLV