Großer Zuspruch für den BWLV

BWLV-Mitgliederversammlung 2025

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung des BWLV trafen sich am Sonntag, 16. November 2025, rund 200 Teilnehmer aus 64 Luftsportvereinen, Behörden sowie Förderer des Luftsports im SSB-Veranstaltungszentrum Waldaupark Stuttgart. Die Mitglieder zeigten sich sehr zufrieden mit der Arbeit des BWLV: Einstimmig wurden Rechnungsabschluss und Haushalt angenommen sowie das Präsidium entlastet. Hans-Dieter Rauscher, Dieter Beck und Klaus Michael Hallmayer wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und mit teils emotionalen Statements verabschiedet.

Zunächst begrüßte BWLV-Präsident Matthias Seehuber mehrere Ehrengäste – darunter Kirsa Küllenberg, Ministerialrätin im Landesverkehrsministerium, Dr. Manfred Dahlheimer, ehemaliger Leiter des Referats Luftverkehr im Landesverkehrsministerium, Robert Hamm, Leiter des Referats Luftverkehr und Luftsicherheit im Regierungspräsidium Stuttgart, DAeC-Präsident Claus Cordes, Bernd Eckart, Leiter der Außenstelle Stuttgart des Luftfahrt-Bundesamts, sowie zahlreiche weitere dem BWLV verbundene Gönner und Förderer. Kirsa Küllenberg und Claus Cordes richteten Grußworte an die Versammlung.

Bericht des Präsidenten
BWLV-Präsident Matthias Seehuber ging in seinem Bericht auf die Schwerpunktaufgaben des Verbandes ein.

Zunächst hob er den BWLV-Ausbildungsbetrieb hervor, der mit Hilfe seiner knapp 1.000 ehrenamtlichen Fluglehrer zuverlässig dafür sorge, dass in den Vereinen weiter Piloten ausgebildet werden könnten. Er verwies auf die Reform der UL-Ausbildung, die unter anderem die Erarbeitung neuer UL-Ausbildungs- und Trainingshandbücher sowie eine Digitalisierung in diesem Bereich umfasse (weitere Informationen folgen in einer der kommenden adler-Ausgaben). 

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Technische Betrieb. Die technischen Lehrgänge am Klippeneck seien ein Grundpfeiler und essenzielle Voraussetzung, dass in den Vereinen sachkundige Personen kostengünstig Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchführen könnten. Er warb dafür, dass die Vereine sich bemühen, auch künftig technisches Personal sowie Prüfer ausbilden lassen. 

Des Weiteren berichtete Seehuber über die Aktivitäten am Klippeneck und an der BWLV-Motorflugschule Hahnweide. Das BWLV-Luftsport-Trainingszentrum am Klippeneck sei im Aufwärtstrend, wenngleich man die Erwartungen aufgrund personeller Engpässe zuletzt etwas habe zurückschrauben müssen. Das Lehrgangsangebot am Klippeneck sei hingegen ungebrochen stark und solle weiter ausgebaut werden. Die Motorflugschule laufe gut, sie ermögliche jedes Jahr, dass rund 60 Motorflug-Lizenzen dort erworben werden.

Als zusätzliche Aufgaben des Verbandes nannte Seehuber die Interessenvertretung vor Politik und Behörden, die Luftraumarbeit, die in enger Kooperation mit dem Bundesausschuss Unterer Luftraum im DAeC (BAUL) erfolge sowie insbesondere den Ausbau der Windenergie. Letztere beschäftige den BWLV immer mehr, denn in den kommenden Jahren sollen rund 2.500 Windkraftanlagen mit teils beachtlichen Höhen von bis zu 300 Metern in Baden-Württemberg errichtet werden. Dies lasse erhebliche Schwierigkeiten in der Nähe von Flugplätzen befürchten, und es gelte, die Luftsportvereine bestmöglich in der Wahrung ihrer Interessen und der Flugsicherheit zu unterstützen. Hier bedankte sich Seehuber bei den zuständigen Behörden – insbesondere beim Regierungspräsidium Stuttgart – für deren Unterstützung und den stets konstruktiven Dialog, der auch die Interessen des Luftsports berücksichtige.

Das „Fliegen ohne Betriebsleitung“ sei ebenfalls ein wichtiges Thema der zurückliegenden Monate gewesen. Es sei erfreulich, dass nunmehr diese Öffnung beim Flugbetrieb Realität werde – dies sei auch den jahrelangen Bemühungen der Verbände zu verdanken. Nun gelte es, sich mit den neuen Verfahrensweisen auseinanderzusetzen. Dies erfordere auch ein Umdenken und vor allem mehr Eigen-verantwortung als disziplinierte Teilnehmer im Luftraum. Nur so bleibe die Flugsicherheit gewährleistet, die an erster Stelle stehe. Auch in der Thematik „Fliegen ohne Betriebsleitung“ richtete Seehuber einen besonderen Dank an die Luftfahrtbehörde, mit der in sehr konstruktiven Gesprächen die entsprechenden Modalitäten abgestimmt werden konnten.

Deutliche Kritik übte Matthias Seehuber an den Zuständen bei der Flugmedizin beim Luftfahrt-Bundesamt. Hier war und sei der DAeC gemeinsam mit anderen aktiv. Leider zeigen die bisherigen Bemühungen nicht den gewünschten Erfolg. Es sei unerträglich und nicht hinnehmbar, dass beim Luftfahrt-Bundesamt Piloten immer noch monatelang auf ihr Medical warten oder auch Flugmediziner die Verlängerung ihrer Zulassung nicht rechtzeitig erhalten. Der Bürger dürfe vom Staat erwarten, dass dieser – als Monopolist – mit ausreichend Personal seine Aufgaben in angemessenen Zeit-räumen und ordnungsgemäß erledige. Er appellierte daher an den DAeC, hier weiter am Ball zu bleiben und gemeinsam mit verbündeten Verbänden Druck zu machen.

Weitere Worte richtete Matthias Seehuber an den DAeC, die BWLV-Luftsportjugend und die Spitzensportler im BWLV. Sie alle bezeichnete Seehuber als wichtig und unerlässlich für den Verband – ihre Maßnahmen und Beiträge bildeten die Basis und den Zusammenhalt, von dem der Luftsport lebe.

Zum Abschluss seiner Ansprache dankte Seehuber allen, die die Arbeit des Verbandes unterstützen, insbesondere dem Land Baden-Württemberg, der Landesregierung und der Luftfahrtverwaltung, den Sportbünden, den Institutionen in der Luftfahrt wie etwa das Luftfahrtbundesamt und die DFS, aber auch den Förderern des Verbandes; zuvorderst die Hellmut-Niethammer-Stiftung und der Hanns-Kellner-Fonds. Ein Dank ging auch an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen.

Verleihung der Goldenen Ehrennadel an Christof Geißler
Matthias Seehuber verabschiedete den Referenten für Segel- und Motorsegelflug Christof Geißler. Dieser hatte sein Amt zur Verfügung gestellt, da er gleichzeitig im Vorstand der Bundeskommission Segelflug und bei der International Gliding Commission (IGC) seit vielen Jahren Verantwortung trägt. Durch diese Mehrbelastung hatte sich Christof Geißler entschieden, im Schwerpunkt künftig auf Bundes- und internationaler Ebene tätig zu sein. Als sein Nachfolger im Ehrenamt wird Ulrik Beutter vom FSV Mössingen fungieren.

Seehuber dankte Geißler sehr herzlich für das Engagement als Segelflugreferent im BWLV in den zurückliegenden Jahren und verlieh ihm in Anerkennung seiner Verdienste die Goldene Ehrennadel des Verbandes.

Ehrenmitgliedschaft für Dieter Beck
Mehr als 30 Jahre lang hat Dieter Beck als Präsidialrat für Südwürttemberg und Hohenzollern nicht nur die Interessen der Vereine seines Bezirkes und ihrer Mitglieder im Präsidium des BWLV hervorragend vertreten, sondern war auch steter Ansprechpartner und fachkundiger Ratgeber seiner Vereine. Nun wollte er sein Amt in jüngere Hände abgeben. Dieses wird nun Gudrun Bühler vom FSV Mössingen übernehmen.

Präsident Seehuber hob Dieter Becks große Erfahrung und sein Fachwissen im Luftsport, seine freundliche und zupackende Art sowie seine Expertise im Präsidium wie auch als Fluglehrer hervor, der eine große Anzahl an jungen Menschen ausgebildet habe. „Du warst uns immer ein hilfreicher Ratgeber, den wir zukünftig vermissen werden. Wir verabschieden dich mit herzlichem Dank in den Ehrenamtsruhestand“, so Seehuber. In Anerkennung seiner herausragenden Leistungen für den Luftsport ernannte das Präsidium Dieter Beck zum Ehrenmitglied.

Ehrenmitgliedschaft für Hans-Dieter Rauscher
Auch der langjährige Verbandsjustitiar Hans-Dieter Rauscher beendet nun seine Beratertätigkeit für den BWLV. Nahezu ein halbes Jahrhundert hat er die Führungsriege des Verbandes in hervorragender Weise juristisch beraten und in vielen schwierigen Fragestellungen tatkräftig unterstützt.

„Es war ein Glücksfall, dich als Juristen zur Seite zu haben. Denn nicht nur dein exzellentes Wissen und deine Erfahrung im Verwaltungsrecht haben uns hier enorm gute Dienste erwiesen. Daneben war auch deine Erfahrung in Verwaltungsabläufen und im Umgang mit Behörden von unschätzbarem Wert“, sagte Präsident Seehuber zum scheidenden Justiziar. Rauscher habe sich auch in sportpolitischen Fragen sowie im Vereins- und Satzungsrecht hervorragend ausgekannt und in wichtigen Debatten wertvolle Akzente gesetzt.

In Anbetracht dieser 45 Arbeitsjahre und seiner großen Verdienste für den Verband ernannte das Präsidium auch Hans-Dieter Rauscher zum Ehrenmitglied.

Ehrenmitgliedschaft für Klaus Michael Hallmayer
Wie bereits im November-adler verkündet, geht Klaus Michael Hallmayer nach 23 Jahren als Geschäftsführer des BWLV in den Ruhestand. Matthias Seehuber warf einen Blick zurück auf dessen vielfältigen Tätigkeiten. Er bezeichnete Klaus Hallmayer als „enorm engagiert, sehr kompetent, mit einem wahnsinnigen Fachwissen, aber auch geradlinig und offen, menschlich verbunden und absolut loyal dem Luftsport und dem BWLV gegenüber.“ In seinen Jahren als Geschäftsführer habe Klaus Hallmayer nicht nur mit den Präsidenten Gerd Weinelt, Eberhard Laur und zuletzt Matthias Seehuber hervorragend zusammengearbeitet. „Zwischen uns ist auch eine echte Freundschaft entstanden“, berichtete der BWLV-Präsident. Oft habe man frühmorgens zum ersten Mal, dann mehrmals über den Tag und schließlich am späten Abend zum letzten Mal telefoniert, erzählte Seehuber.

In Klaus Hallmayers Dienstzeit fielen zum Beispiel die Ernennung des BWLV zur ATO, der Verkauf des Hornbergs und der Ausbau des Klippenecks zum wichtigen Verbandsstandort, der Ausbau der Windkraft mit vielen Konfliktfeldern für den Luftsport, aber auch zahllose Termine wie Behördengespräche, Vereinsveranstaltungen im Land und Segelfliegertage oder DAeC-Zusammenkünfte, die ihn regelmäßig in der gesamten Republik herumführten. Nie sei ihm dabei ein Weg zu weit gewesen, habe der umtriebige Geschäftsführer doch stets nach der Devise: „Man muss mit den Leuten schwätzen!“ gehandelt.

Seehuber dankte Klaus Hallmayer von ganzem Herzen für dessen enormen Einsatz, den er über die vielen Jahre für den BWLV erbracht habe. Doch auch von anderer Seite gab es viel Lob und Dank: Die ehemalige BWLV-Mitarbeiterin Anita Klink, die dem Verband bis heute treu verbunden ist und auch noch regelmäßig in der BWLV-Geschäftsstelle in der Scharrstraße in Stuttgart vorbeischaut, hielt in Vertretung der BWLV-Kolleginnen und -Kollegen eine sehr emotionale Ansprache, die viele Zuhörer tief berührte.

Sie erinnerte daran, dass sie Klaus Hallmayer schon als kleinen Buben kennengelernt habe, wenn er seinen Vater Dr. Emil Hallmayer, der viele Jahre lang als ehrenamtlicher adler-Redakteur tätig war, in die Geschäftsstelle begleitet habe. Später habe sie Klaus Hallmayer in seiner Funktion als Geschäftsführer als immer korrekten, dabei aber auch sehr offenen, freundlichen und überaus fleißigen und engagierten Menschen erlebt. Sie betonte, dass der BWLV ihm sehr viel zu verdanken habe, verabschiedete ihn mit den besten Wünschen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wünschte ihm viel Gesundheit, Freude und Gottes Segen für seinen Ruhestand.

Klaus Michael Hallmayer nutzte im Gegenzug die Gelegenheit, um sich vom Präsidium, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Mitgliedern persönlich zu verabschieden. Auch er berichtete über das gute Miteinander mit den Präsidenten und dem Präsidium und dankte hierfür sehr herzlich: „Ihr habt mich in all den Jahren getragen, gefördert, mir stets Rückhalt und Zuspruch gegeben und mich vor allem mit sehr viel Engagement unterstützt.“ Aber auch die Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle und in den Zweckbetrieben sowie die vielen engagierten Ehrenamtsträger in den BWLV-Fachgremien und in den Vereinen hätten maßgeblich zum Erfolg des Verbandes beigetragen.

Er beschwor die Einheit, die Solidarität und den Schulterschluss unter den Luftsportlern und betonte, dass alles, was in den vergangenen Jahren erreicht worden sei, stets nur im Team und in der Gemeinschaft möglich gemacht worden sei. Dieses „Dreamteam“ seien alle Luftsportler des BWLV im Haupt- und Ehrenamt – daher gebühre ihnen das Lob und der Dank, „denn ohne sie wäre nichts geworden“, so Hallmayer.

Den Dank an alle Luftsportlerinnen und Luftsportler verband der scheidende Geschäftsführer mit der Bitte, auch seinen Nachfolger im Amt Martin Bayer nach besten Kräften zu unterstützen. Ihm wünschte er viel Glück und Freude bei der Erfüllung seiner Aufgaben. 

Eine besondere Dankadresse richtete Klaus Hallmayer an seine Familie, die ihn stets unterstützt habe. Den Luftsportlerinnen und Luftsportlern gab er mit auf den Weg, dass sie die großen Herausforderungen, die vor ihnen liegen, mutig und überlegt, mit Ideen, Tatkraft und Engagement, aber auch mit Kontinuität im Denken und Handeln angehen. „Wir alle sind höchst privilegiert, denn nur wir Luftsportler können uns als Fallschirmspringer, Ballonfahrer und Flieger frei am Himmel bewegen und den Blick auf unseren schönen Planeten genießen. Bewahren wir uns diese Faszination und lassen wir uns von ihr anspornen, leiten und inspirieren. Ich freue mich auf die Begegnungen mit euch allen in der Zukunft, denn dem Luftsport und dem BWLV bleibe ich verbunden. Ihr müsst also auch weiterhin mit mir rechnen“, so Hallmayer.

In Anerkennung seiner großen Verdienste ernannte das Präsidium auch Klaus Michael Hallmayer zum Ehrenmitglied.

Vorstellung Martin Bayer
In seiner Funktion als künftiger neuer Geschäftsführer des BWLV stellte sich der 38-jährige Martin Bayer den Mitgliedern vor. Bayer erläuterte, dass er sich in den Geschäftsvorgängen des BWLV bereits gut auskenne, hatte er doch zuvor schon als Leiter des Referats Haushalt und Finanzen und zuletzt bereits als stellvertretender Geschäftsführer im BWLV langjährige Berufspraxis gesammelt und viele Kontakte innerhalb und außerhalb des Verbandes geknüpft. Seinem Vorgänger dankte er, wünschte ihm alles Gute für den weiteren Lebensweg und betonte, er freue sich auf die vielfältigen und interessanten Aufgaben, die vor ihm liegen. Er lud alle Vereine ein, mit dem BWLV in den Austausch zu gehen. In der kommenden adler-Ausgabe wird sich Martin Bayer noch einmal gesondert den Mitgliedern vorstellen.

Verleihung des Hellmut Niethammer-Innovationspreises
Die Hellmut Niethammer Stiftung hatte erneut ihren Innovationspreis mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 15.000 Euro ausgelobt. Bei der Mitgliederversammlung wurden die Preisträger vorgestellt und geehrt.

Zunächst stellte Stiftungsratsvorsitzender und BWLV-Ehrenpräsident Eberhard Laur kurz die Änderungen vor, die sich in der Besetzung der Hellmut Niethammer Stiftung kurz vor. Demnach ergibt sich nun folgende Besetzung: Stiftungsrat: Eberhard Laur, Gerd Weinelt und Matthias Seehuber, Stiftungsvorstand: Ewald Krumm, Martin Bayer.

Eberhard Laur berichtete, dass insgesamt neun Bewerbungen für den Innovationspreis eingegangen seien, so dass die Wahl nicht leichtgefallen sei. Maßgebend für die Bewertung der Projekte waren die Kriterien Innovation, flugaffine Nachhaltigkeit, Skalierbarkeit und der Umstand, dass das Projekt außerhalb der üblichen Vereinsarbeit angesiedelt sei.

Anschließend wurden die Gewinner verkündet. Den ersten Platz, der jeweils mit 5.000 Euro dotiert ist, teilen sich die folgenden drei Projekte. 

1. Die Ballonsportgruppe Stuttgart mit dem Projekt „EASA-zertifizierter Leichtbaukorb für Gasballone“
In Vertretung der BSG Stuttgart nahmen die Projektinitiatoren Benedict Munz und Matthias Schlegel die Auszeichnung entgegen. Sie hatten einen besonders leichten Korb für Gasballone entwickelt, der gerade einmal 18 Kilogramm wiegt und direkt erfolgreich eingesetzt wurde: Die beiden Piloten schafften es damit, beim prestigereichen Gordon-Bennett-Rennen einen zweiten Platz und somit den Vizeweltmeister-Titel im Gasballonfahren zu erringen. Dieses innovative Konzept hatte die Jury überzeugt.

2. Die Fliegergruppe Blaubeuren mit dem Projekt „Warnsysteme für Querwege“
Der Vorsitzende der Fliegergruppe, Tobias Vollmer, nahm den Preis zusammen mit Thorn Richter in Empfang und erläuterte, dass das System im Zusammenhang mit dem Konzept des „Fliegens ohne Betriebsleitung“ entstanden sei, weil es zu mühselig gewesen sei, einen Querweg auf dem Gelände jeweils händisch vor jedem Start und jeder Landung abzusperren. Da das hieraus entwickelte System für viele Vereine hilfreich sein könne, bot Vollmer Interessierten an, hier jederzeit Auskunft zu geben und zu unterstützen.

3. Die Fliegergruppe Geislingen mit dem Projekt „Folierung von Flugzeugen“
Helmut „Oswald“ Kölle stellte eine innovative Beklebung eines Vereinsflugzeugs vor, die statt einer Lackierung vorgenommen worden war. Bislang habe die Beklebung problemlos gehalten – sie sei zudem wesentlich günstiger als eine Lackierung und habe keine negativen Eigenschaften entwickelt. Auch er bot interessierten Vereinen einen Austausch an, falls sich das Projekt weiterhin bewähre.

Eberhard Laur dankte allen, die mit ihren Bewerbungen zu einem tollen Wettbewerb beigetragen hatten und beglückwünschte die Gewinner.

Rechnungsabschluss für 2024 und Haushaltsplan 2026
Der Rechnungsabschluss für das Jahr 2024 wurde nach einem positiven Bericht der Rechnungsprüfer Michael Neudel und Dieter Rühle, welche die Finanzen für ordnungsgemäß und ohne Beanstandungen befunden hatten, von den Mitgliedern einstimmig genehmigt. „Es wurde sehr gut gehaushaltet, und wir haben eine sehr gute Stimmung, ein Vertrauen und eine große Offenheit uns gegenüber in allen Betriebsteilen des BWLV angetroffen“, berichtete Dieter Rühle.

BWLV-Vizepräsident und Schatzmeister Horst Ehni erläuterte den Rechnungsabschluss und betonte, man habe erneut ein gutes Ergebnis erzielt. Das positive Jahresergebnis sei auch dem seit Jahren eingeschlagenen Weg der sparsamen Haushaltsführung und Kostenreduktion geschuldet. Insbesondere am Klippeneck habe der Verband einiges investiert – dies sei nun erfolgreich und trage Früchte.

Gleichwohl gelte es, den Blick auf die Zukunft zu richten. Die Preissteigerungen in allen Bereichen machen auch dem Verband zu schaffen. Um auch künftig ein starkes Leistungsspektrum für die Mitglieder und Mitgliedsvereine anbieten zu können, sei es notwendig, weiterhin kostenbewusst und sparsam zu wirtschaften.

Zudem stellte Ehni die Eckdaten des Haushalts für 2026 vor. Auch dieser wurde einstimmig genehmigt. Insgesamt sei der Verband finanziell gut aufgestellt und könne allen Aufgaben gut nachkommen, so Ehni.

Einstimmige Entlastung des Präsidiums 
Die Mitglieder entlasteten das Präsidium einstimmig und sprachen der BWLV-Spitze somit ihr uneingeschränktes Vertrauen aus. Die Entlastung nahm Tobias Vollmer, Vorsitzender der Fliegergruppe Blaubeuren vor. Er lobte den BWLV für dessen gute Arbeit: „Man kann dort immer anrufen, und es wird einem sofort kompetent und engagiert weitergeholfen. Das weiß ich sehr zu schätzen“, so Vollmer.

Präsident Seehuber dankte der Versammlung für den großen Vertrauensbeweis. „Dieses Vertrauen stärkt uns und wir werden weiterhin umsichtig, sorgsam und sparsam die uns übertragenen Aufgaben erledigen“, so Seehuber.

Antrag auf Satzungsänderung: Einführung eines gesetzlichen Vertreters nach §30 BGB
Verbandsjustiziar Hans-Dieter Rauscher erläuterte den Mitgliedern, was es mit dieser Satzungsänderung auf sich hat: Der Antrag bezwecke die Entlastung des Geschäftsführers und des Vereinsvorstandes durch die Verschlankung interner Geschäftsabläufe in der Verbandsspitze. Bislang war der Verband nach außen nämlich nur durch den Präsidenten und die Vizepräsidenten vertreten. Dies soll künftig auch durch den Geschäftsführer und den Leiter der Motorflugschule möglich sein – dies erspare insbesondere bei Routinegeschäften vermeidbaren Verwaltungsaufwand und zeitliche Verzögerungen. Diesem Antrag stimmten die Mitglieder geschlossen zu.

Antrag auf Anhebung der Bezugsgebühr für den „adler“
Diesen Part übernahm Vizepräsident Reinhard Diez. Er betonte, dass die Verbandszeitschrift „der adler“ seit mehr als 20 Jahren zum gleichbleibenden Bezugspreis erscheine. Trotz Inflation und Kostensteigerungen sei es bis dato gelungen, diesen Abonnementpreis über einen so langen Zeitraum konstant zu halten – unter anderem deswegen, weil das Anzeigengeschäft gewisse Zusatzerlöse erbracht und sehr sparsam gewirtschaftet worden sei.

Diese Bemühungen seien nun aber an ihre Grenzen gelangt, insbesondere angesichts einiger Faktoren wie Papierpreissteigerungen und Portoerhöhungen, auf die der Verband keinen Einfluss habe. Im Blick auf diese Kostensituation habe sich daher der Vorstand entschlossen, nach über zwei Jahrzehnten der Mitglieder-versammlung eine moderate Anhebung des adler-Bezugspreises um 3,60 Euro pro Jahr, also 30 Cent pro Monat, beginnend ab 1. Januar 2026, vorzuschlagen. Diesem Vorschlag stimmte die Mitgliederversammlung bei wenigen Enthaltungen einstimmig zu. Die jährliche adler-Bezugsgebühr inklusive Porto wird ab dem 1. Januar 2026 somit 31,20 Euro betragen.

Wahl der Rechnungsprüfer
Dank sprach Matthias Seehuber den beiden Rechnungsprüfern Michael Neudel und Dieter Rühle aus. Beide wurden erneut einstimmig als Rechnungsprüfer gewählt. 
Anträge von Mitgliedern wurden keine gestellt.

Ehrung der Luftsportler
BWLV-Präsidialrat Oliver Goller zeichnete insgesamt mehr als 20 Luftsportler, die sich durch besondere Leistungen hervorgetan hatten, mit Goldenen Leistungsplaketten aus. Darunter waren Teilnehmer bei Welt- und Europameisterschaften, zahlreiche Deutsche Meister sowie Halter nationaler und internationaler Rekorde. Alle ausgezeichneten Sportler sind in der Bestenliste des Jahres im adler 12/2025 aufgelistet.

Der BWLV – ein gut aufgestellter Verband
Präsident Matthias Seehuber zog ein positives Fazit der Versammlung: „Wir sind als BWLV gut aufgestellt und so soll es bleiben. Lassen Sie uns weiterhin in einem guten Miteinander und offenen Diskurs Lösungen suchen und finden sowie den solidarischen Schulterschluss bewahren. Im großen Team des BWLV bleiben wir erfolgreich.“ Er dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr herzlich für die Geduld, das Zuhören sowie insbesondere für die konstruktive Mitwirkung.

Mitgliederversammlung des Hanns-Kellner-Gedächtnisfonds (HKF)
Im Anschluss an die Versammlung richtete der Hanns-Kellner-Gedächtnisfonds (HKF) seine Mitgliederversammlung aus.

In seinem Bericht gab der Vorsitzende Werner Heidrich einen Überblick über die Zahlen und Aktivitäten des HKF, die bereits im Geschäftsbericht enthalten waren, der im Oktober adler veröffentlicht wurde.

Der Vorstand des HKF wurde einstimmig entlastet. Turnusgemäß laut Drei-Jahres-Rhythmus standen Wahlen an, und der Vorstand des HKF stellte sich geschlossen zur Wiederwahl. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt, sodass sich der HKF-Vorstand wie folgt erneut zusammensetzt: Werner Heidrich (Vorsitzender), Gerd Schütt (stellvertretender Vorsitzender), Barbara Kaiser (Geschäftsführerin), Katja Nuoffer, Roland Helfer und Thorsten Kremer (alle Beisitzer).

Zusätzlich zum bisherigen Rechnungsprüfer Kurt Sautter wurde Jutta Scholz von den Mitgliedern als weitere Rechnungsprüferin hinzugewählt. Beide erhielten ein einstimmiges Votum.

Der Vorsitzende Werner Heidrich dankte den Vereinen und seinen Vorstandskollegen für die rege Beteiligung und die gute Arbeit und rief die Vereine dazu auf, dem HKF beizutreten, sofern dies nicht ohnehin schon der Fall sei. Wahlleiter Oliver Goller betonte, dass die Hilfsleistungen des HKF einmalig in Deutschland seien und man sich glücklich schätzen könne, diese in Anspruch nehmen zu dürfen – sei es bei der Unterstützung in Not geratener Flieger oder auch bei der Jugendarbeit.

Abschluss
Zu guter Letzt waren die Mitglieder zu einem Imbiss im SSB-Veranstaltungszentrum Waldaupark eingeladen. Dabei gab es einen regen Austausch und es wurden viele gute Gespräche geführt.

Die nächste BWLV-Mitgliederversammlung findet am Sonntag, 8. November 2026, erneut im SSB-Veranstaltungszentrum Waldaupark in Stuttgart statt. 

Text und Fotos: Simone Bürkle